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Du schickst ihm einmal im Jahr einen Ordner.

Er schickt eine Zahl zurück. Du nickst, unterschreibst, heftest ab. Was genau in diesem Dokument steht, weißt du ungefähr. Was als Ausgabe angesetzt wurde, wie hoch dein zu versteuerndes Einkommen ist, warum die Nachzahlung so hoch ausgefallen ist wie sie ausgefallen ist, das alles liegt irgendwo in einem Dokument, das du einmal überflogen und dann nie wieder geöffnet hast.

Das ist teuer. Nicht weil dein Steuerberater schlechte Arbeit macht. Weil du selbst keine Grundlage hast, um gute Fragen zu stellen, Entscheidungen zu treffen und dein Business aktiv zu steuern.

Steuern selber machen ist leichter als du denkst. Und dein Steuerberater hat wenig Anreiz, dir das zu zeigen.

Was die EÜR wirklich ist und warum sie dir gehört

Die Einnahmen-Überschuss-Rechnung ist die einfachste Form der Gewinnermittlung im deutschen Steuerrecht.

Für Einzelunternehmer, Freiberufler und Kleingewerbetreibende bis zu einem Jahresumsatz von achthunderttausend Euro oder einem Jahresgewinn von achtzigtausend Euro ist sie die Standardmethode. Freiberufler dürfen sie dauerhaft nutzen, unabhängig von Umsatz und Gewinn.

Das Prinzip ist so simpel, dass es fast verdächtig wirkt. Du addierst alle Betriebseinnahmen des Jahres. Du addierst alle betrieblichen Ausgaben des Jahres. Die Differenz ist dein Gewinn. Auf diesem Gewinn zahlst du Steuern.

Das ist es. Keine Bilanz, keine doppelte Buchführung, kein kaufmännisches Studium erforderlich.

Was die EÜR so wertvoll macht, ist nicht das Steuerformular am Jahresende. Es ist das monatliche Bild, das sie dir gibt, wenn du sie konsequent führst. Du siehst, was du eingenommen hast. Du siehst, was du ausgegeben hast. Du siehst deinen Gewinn jetzt, in diesem Monat, ohne auf den Jahresabschluss warten zu müssen.

Das ist unternehmerische Klarheit. Und sie gehört dir. Wer seine EÜR versteht und monatlich führt, trifft andere Entscheidungen als jemand, der einmal im Jahr rückwirkend erfährt, wie sein Jahr war. Dieses Wissen ist im laufenden Jahr wertvoll. Am Jahresende ist es Geschichte.

Ich habe jahrelang auf die Jahreszahl gewartet, die mein Steuerberater mir schickte. Dann habe ich angefangen, sie selbst zu führen. Der Unterschied war fundamental. Nicht weil sich die Zahlen verändert hätten. Weil ich sie zum ersten Mal wirklich verstanden habe.

Was ein Steuerberater macht und was er nicht macht

Ein Steuerberater ist kein Unternehmensberater. Er ist auch kein Finanzplaner. Er ist ein Spezialist für steuerrechtliche Korrektheit.

Was er macht: Er stellt sicher, dass deine Steuererklärung fehlerfrei ist, dass alle Abzüge korrekt angesetzt sind, dass du keine Fristen versäumst und bei einer Betriebsprüfung sauber aufgestellt bist. Das ist wertvoll.

Was er in der Regel nicht macht: Er sagt dir nicht, ob dein Stundensatz zu niedrig ist. Er sagt dir nicht, dass deine Ausgaben in einer bestimmten Kategorie in den letzten zwölf Monaten um dreißig Prozent gestiegen sind. Er sagt dir nicht, dass du in drei Monaten einen Liquiditätsengpass haben wirst, wenn der Großauftrag später bezahlt wird als geplant.

Das alles ist deine Aufgabe. Und du kannst sie nur erfüllen, wenn du deine eigenen Zahlen kennst.

Es gibt noch einen praktischen Aspekt beim Steuern selber machen, der sich direkt im Portemonnaie zeigt. Wer seinem Steuerberater vollständig erfasste, klar kategorisierte Belege und eine sauber geführte EÜR liefert, zahlt weniger für die Steuerberatung. Steuerberater rechnen nach Aufwand, die Steuerberatervergütungsverordnung gibt einen Rahmen vor. Je mehr Ordnung du mitbringst, desto weniger Arbeit hat er. Bei einem Einzelunternehmer mit 60.000 Euro Jahresumsatz können die Gesamtkosten für die laufende Buchhaltung zwischen zweihundert und vierhundert Euro monatlich liegen, wenn der Aufwand beim Steuerberater hoch ist. Wer gut vorbereitet kommt, zahlt einen Bruchteil davon.

Wer einmal im Jahr einen Schuhkarton hinschickt, zahlt für die Stunden, die jemand anderes damit verbringt, Ordnung reinzubringen. Das ist Geld, das du dir sparst, sobald du anfängst, Steuern selber zu machen.

ELSTER: Das Werkzeug, das schon auf dich wartet

ELSTER ist das kostenlose Online-Portal der deutschen Finanzverwaltung. Jeder Einzelunternehmer hat dort einen Account. Wer noch keinen hat, richtet ihn ein. Die Registrierung dauert bis zu zwei Wochen, weil der Aktivierungscode per Post kommt. Das ist das aufwändigste am ganzen Prozess.

Danach steht dir ein vollständiges Steuerwerkzeug zur Verfügung. Kostenlos. Direkt mit deinem Finanzamt verbunden. Alle Formulare, die ein Einzelunternehmer braucht, sind dort hinterlegt.

Unter dem Reiter Formulare und Leistungen findest du alles, was du für das Steuern selber machen brauchst. Die Umsatzsteuervoranmeldung, das Formular USt 1 A. Die Anlage EÜR für deine jährliche Gewinnermittlung. Die Anlage G für Gewerbetreibende oder die Anlage S für Freiberufler. Den Mantelbogen für deine Einkommensteuererklärung.

ELSTER führt dich durch die Formulare. Es prüft Eingaben auf formale Fehler, bevor du absendest. Es berechnet fällige Steuerbeträge automatisch aus den Nettobeträgen, die du einträgst.

Die Abgabefrist für die Jahressteuererklärung liegt für Selbstständige ohne Steuerberater beim 31. Juli des Folgejahres. Wer mit Steuerberater arbeitet, hat bis Ende Februar des zweiten Folgejahres Zeit, zahlt dafür aber für die Fristverlängerung — indirekt, über das Steuerberaterhonorar.

Wer Steuern selber machen will, hat also Zeit bis zum 31. Juli und spart die Monatelange Wartezeit, die entsteht, wenn der Steuerberater für hunderte von Mandanten gleichzeitig Fristen koordiniert.

Die Umsatzsteuervoranmeldung: Einmal verstehen, immer beherrschen

Die Umsatzsteuervoranmeldung ist der erste echte Berührungspunkt mit ELSTER für die meisten Einzelunternehmer. Sie wird monatlich oder vierteljährlich fällig, immer bis zum zehnten des Folgemonats.

Wer im Vorjahr mehr als 9.000 Euro Umsatzsteuer gezahlt hat, meldet monatlich. Wer weniger als 9.000 Euro Umsatzsteuer hatte, meldet vierteljährlich. Wer weniger als 1.000 Euro Umsatzsteuer im Vorjahr hatte, kann sich von der Voranmeldung befreien lassen.

Das Formular in ELSTER sieht zunächst umfangreich aus. Es ist es nicht. Für die meisten Einzelunternehmer mit inländischen Kunden sind nur wenige Felder relevant.

Zeile 26 mit Kennziffer 81: Hier trägst du deine steuerpflichtigen Nettoeinnahmen mit neunzehn Prozent Umsatzsteuer ein. Nur den Nettobetrag. ELSTER berechnet die Steuer automatisch.

Zeile 35 mit Kennziffer 83: Hier trägst du Einnahmen mit sieben Prozent Umsatzsteuer ein, falls du solche hast. Für viele Handwerker und Dienstleister kommt ausschließlich der Neunzehn-Prozent-Satz zum Tragen.

Zeile 56 mit Kennziffer 66: Hier trägst du deine abziehbaren Vorsteuern ein. Das sind die Umsatzsteuerbeträge, die du selbst auf Eingangsrechnungen bezahlt hast. Du kannst sie vom Finanzamt zurückfordern.

Das war es für den Grundfall. Zeile 60 zeigt dir die Zahllast oder Erstattung. ELSTER rechnet alles automatisch.

Wer diese drei Felder kennt, kann seine Umsatzsteuervoranmeldung in zehn Minuten selbst machen. Das ist kein Tipp für Buchhalter. Das ist der normale Vorgang für einen Einzelunternehmer mit klaren Buchhaltungsunterlagen.

Und genau hier zeigt sich die direkte Verbindung zwischen einer guten Buchhaltungsroutine und dem Steuern selber machen. Wer monatlich seine Einnahmen und Ausgaben klar erfasst, wer Nettobeträge und Umsatzsteueranteile sauber trennt, der öffnet ELSTER, trägt drei Zahlen ein und ist fertig.

Mein Setup für die einfachste Buchhaltung der Welt ist so aufgebaut, dass genau diese drei Zahlen auf einen Blick sichtbar sind. Steuerpflichtige Nettoumsätze nach Steuersatz getrennt. Abziehbare Vorsteuerbeträge summiert. Monatlich, ohne Rechenaufwand. Du öffnest die Tabelle, schaust auf die Felder, überträgst die Zahlen in ELSTER.

Zehn Minuten. Fertig. Jeder Monat.

Die Anlage EÜR: Dein Jahresergebnis in einem Formular

Am Jahresende kommt die Anlage EÜR. Das ist das Formular, das deine Einnahmen-Überschuss-Rechnung offiziell macht und an das Finanzamt übermittelt wird.

Seit 2017 sind auch Kleinunternehmer verpflichtet, das Standardformular zu nutzen. Das formlose Einreichen der EÜR als Anhang gehört der Vergangenheit an. Die Abgabe erfolgt ausschließlich über ELSTER.

Die Anlage EÜR fragt zunächst nach den Betriebseinnahmen. Zeile 14: Umsätze inklusive Umsatzsteuer, wenn du Umsatzsteuer ausweist. Wer die Kleinunternehmerregelung nutzt, trägt hier die Bruttoeinnahmen ohne gesonderten Steuerausweis ein.

Dann kommen die Betriebsausgaben. In mehreren Kategorien, die das Finanzamt unterscheiden will: Personalkosten, Raumkosten, Fahrtkosten, Bewirtungskosten, Werbekosten, Abschreibungen, sonstige Ausgaben. Jede Kategorie hat eine eigene Zeile. Wer seine Ausgaben das Jahr über klar kategorisiert hat, trägt hier einfach die Jahressummen ein.

Zeile 88 summiert alle Ausgaben. Zeile 91 zeigt den vorläufigen Gewinn. Dann kommen Korrekturen für nicht abzugsfähige Beträge, steuerfreie Einnahmen und ähnliches. Am Ende steht Zeile 99: der steuerliche Gewinn.

Dieser Gewinn fließt in die Anlage G oder S deiner Einkommensteuererklärung. Dort wird er mit dem Grundfreibetrag verrechnet und dann mit dem progressiven Einkommensteuersatz besteuert. Für alleinstehende Einzelunternehmer liegt der Grundfreibetrag 2025 bei 12.096 Euro. Bis zu dieser Grenze ist der Gewinn steuerfrei.

Wer seine Ausgaben das Jahr über in denselben Kategorien erfasst hat, die die Anlage EÜR vorgibt, macht am Jahresende keine Buchhaltung mehr. Er überträgt einfach. Das dauert eine halbe Stunde.

Wie mein Setup die Brücke baut

Genau das ist der Kern dessen, was ich mit der einfachsten Buchhaltung der Welt entwickelt habe.

Eine Google Tabelle, die Einnahmen und Ausgaben monatlich erfasst. Mit denselben Kategorien, die die Anlage EÜR von dir verlangt. Mit einer automatischen Trennung von Nettobeträgen und Umsatzsteuer. Mit einer monatlichen Zusammenfassung, die dir exakt die Zahlen zeigt, die du für die Umsatzsteuervoranmeldung brauchst. Und mit einem Google Add-On, das die vollständige Funktionalität der Tabelle sicherstellt.

Das Ergebnis: Du öffnest ELSTER. Du siehst auf deine Tabelle. Du überträgst Zeile für Zeile. Du schickst ab.

Kein Rätselraten mehr, welche Zahl wohin gehört. Keine Diskrepanz zwischen dem, was du erfasst hast, und dem, was das Formular fragt. Keine stundelange Suche nach Belegen, die irgendwo liegen, weil du sie über das Jahr verteilt nicht kategorisiert hast.

Das Setup funktioniert, weil es von Anfang an für das Steuern selber machen ausgelegt ist. Jede Tabellenspalte entspricht einer ELSTER-Kategorie. Jede monatliche Zusammenfassung entspricht den Feldern der Umsatzsteuervoranmeldung. Jede Jahreszusammenfassung entspricht den Zeilen der Anlage EÜR.

Ich habe das an meinen eigenen Zahlen getestet und bewiesen. Meine Steuererklärung für das vergangene Jahr war am dritten Januar vollständig eingereicht. Weil das System jeden Monat gepflegt war. Weil der Jahresabschluss keine Arbeit mehr war. Nur noch ein Klick, eine Prüfung, ein Absenden.

Das ist das Ziel des Steuern selber machens für Einzelunternehmer. Kein Experten-Niveau, kein Steuerrechtsstudium. Eine klare Struktur, die das Finanzamt erwartet, plus ein System, das diese Struktur das ganze Jahr über befüllt.

Die fünf Zahlen, die jeder Einzelunternehmer kennen sollte

Steuern selber machen beginnt nicht im Oktober, wenn die Frist naht. Es beginnt im Januar, mit einer Gewohnheit, die dreißig Minuten im Monat kostet.

Fünf Zahlen. Jeden Monat. Ohne nachschlagen zu müssen.

Die erste: Deine Betriebseinnahmen des laufenden Monats. Was ist tatsächlich auf dem Konto eingegangen? Nicht was du in Rechnung gestellt hast. Was eingegangen ist. Das ist der Ausgangspunkt für alles.

Die zweite: Deine betrieblichen Ausgaben des laufenden Monats. Was hat dein Betrieb diesen Monat gekostet? Vollständig erfasst, kategorisiert, mit Beleg. Geschätzt ist falsch. Gewusst ist richtig.

Die dritte: Dein Gewinn des laufenden Monats. Einnahmen minus Ausgaben. Gut oder ausbaufähig, aber bekannt. Und zwar jetzt, nicht im April des nächsten Jahres.

Die vierte: Deine Steuerrücklage. Wie viel hast du diesen Monat zurückgelegt? Als Einzelunternehmer gibt es kein Lohnsteuerabzugsverfahren, das das automatisch erledigt. Du bist selbst verantwortlich. Als Faustregel gilt zwischen fünfundzwanzig und dreißig Prozent deines Gewinns. Diese Summe gehört auf ein separates Konto. Sie gehört dem Finanzamt, noch bevor du sie siehst.

Die fünfte: Dein laufendes Jahresergebnis. Wie liegt dein Jahr bisher? Liegst du über oder unter deinem Gewinnziel? Was musst du in den verbleibenden Monaten leisten, um dort anzukommen, wo du hinwillst?

Diese fünf Zahlen geben dir ein vollständiges Bild deines Business. Wer sie kennt, führt sein Unternehmen. Wer sie nicht kennt, wird von ihm geführt. Und wer sie kennt, erledigt das Steuern selber machen am Jahresende in einem halben Tag, weil das ganze Jahr über sauber gearbeitet wurde.

Ich schreibe in meinem wöchentlichen DeepTalkLetter über diese Verbindung zwischen Zahlenklarheit und unternehmerischer Entscheidungsfreiheit. Weil sie der Kern von allem ist, was mich von blinder Delegation hin zu echtem Überblick geführt hat.

Steuern als Spiegel deiner unternehmerischen Tätigkeit

Hier liegt das größte Missverständnis über das Steuern selber machen.

Die meisten Einzelunternehmer behandeln Steuern als Pflicht. Als unangenehme Bürokratie, die einmal im Jahr anfällt, möglichst schnell erledigt wird und dann für weitere zwölf Monate vergessen ist. Das Steuerformular ist ein Formular, das ausgefüllt werden will. Fertig.

Das ist falsch gedacht.

Deine Steuern sind der präziseste Spiegel deiner unternehmerischen Tätigkeit. Die Anlage EÜR zeigt dir in einer einzigen Darstellung, was du eingenommen hast, was du ausgegeben hast, wie sich die Ausgabenstruktur auf deine verschiedenen Betriebsbereiche verteilt und was am Ende als Gewinn geblieben ist. Keine Kennzahl ist ehrlicher als diese.

Wer die Anlage EÜR zum ersten Mal wirklich liest, statt sie nur auszufüllen, sieht sein Business mit anderen Augen. Er sieht, welche Ausgabenkategorien unverhältnismäßig gewachsen sind. Er sieht, ob sein Gewinn im Verhältnis zum Umsatz stabil ist oder schrumpft. Er sieht, ob seine Steuerrücklage real ist oder ob er dem Finanzamt bereits etwas schuldet, das er noch nicht zurückgelegt hat.

Das ist keine Theorie. Das ist meine eigene Erfahrung.

Als ich zum ersten Mal meine EÜR wirklich verstanden habe, waren es keine angenehmen Zahlen. Ich sah auf einen Blick, wo ich Geld ausgab, das ich anders hätte einsetzen können. Ich sah, dass meine Gewinnmarge bei bestimmten Auftragstypen deutlich schlechter war als bei anderen. Ich sah, dass ich in einer Kategorie monatlich Ausgaben hatte, die sich auf das Jahr gerechnet zu einer Summe addierten, die mich überraschte.

Diese Erkenntnis kam nicht vom Steuerberater. Sie kam vom Lesen der eigenen Zahlen.

Das ist der Moment, in dem Steuern aufhören, Pflicht zu sein, und anfangen, Werkzeug zu sein. Ein Werkzeug, das dir zeigt, ob dein Business so funktioniert, wie du es willst.

Wer diesen Blickwinkel einmal eingenommen hat, macht Steuern selber mit echtem Interesse. Nicht weil das Formular Spaß macht. Weil die Antworten, die es liefert, wertvoller sind als jedes Dashboard einer Buchhaltungs-App.

Was ELSTER dir zeigt, das dein Steuerberater dir nie gesagt hat

Ein Steuerberater arbeitet rückwärts. Er nimmt das abgelaufene Jahr, ordnet es, berechnet die Steuer und gibt sie ab. Das ist sein Job. Er macht ihn korrekt.

Was er dir fast nie zeigt: den Zusammenhang zwischen dem, was du in deiner täglichen Arbeit entscheidest, und dem, was am Ende des Jahres in der Anlage EÜR steht.

ELSTER zeigt dir das, sobald du anfängst, es selbst auszufüllen.

Du öffnest die Anlage EÜR und trägst deine Betriebseinnahmen ein. Zeile 14: deine Umsätze. Dahinter steht eine Zahl, die du das ganze Jahr über erarbeitet hast. Du siehst sie jetzt in einem Feld, einzeln, klar.

Du trägst deine Ausgaben ein. Kategorie für Kategorie. Fahrtkosten in eine Zeile, Raumkosten in eine andere, Werbeausgaben, Fortbildungen, Kommunikationskosten. Jede Kategorie bekommt ihre eigene Zeile und ihre eigene Summe.

Und dann passiert etwas Interessantes. Du fängst an, die Verhältnisse zu sehen. Deine Fahrtkosten im Verhältnis zu deinen Einnahmen. Deine Werbeausgaben im Verhältnis zu deinem Gewinn. Deine Gesamtausgaben als Prozentsatz deines Umsatzes.

Diese Verhältnisse sind die eigentliche Information. Und sie entstehen nur, wenn du selbst die Zahlen einträgst.

Wenn ein Steuerberater die EÜR ausfüllt, gibt er dir ein Ergebnis. Wenn du sie selbst ausfüllst, machst du eine Reise durch dein Business. Das ist der Unterschied.

In der Praxis erleben viele Einzelunternehmer, die zum ersten Mal Steuern selber machen, genau diese Erfahrung. Das Formular ist dabei zweitrangig. Der Prozess des Ausfüllens ist der eigentliche Gewinn.

Betriebsausgaben, die du möglicherweise vergisst

Hier ein praktischer Einschub, der beim Steuern selber machen regelmäßig Geld spart.

Betriebsausgaben sind Ausgaben, die du vollständig steuerlich geltend machen kannst. Sie reduzieren deinen Gewinn und damit deine Steuerlast. Viele Einzelunternehmer erfassen sie unvollständig, weil sie im laufenden Betrieb nicht systematisch erfasst werden.

Fahrtkosten zur Arbeitsstätte und zu Kunden. Entweder pauschal mit dreißig Cent pro Kilometer oder als tatsächliche Kosten bei einem Fahrzeug, das dem Betrieb zugeordnet ist.

Arbeitsmittel. Werkzeug, Computer, Software, Büromaterial. Alles, was du für die Ausübung deiner Tätigkeit benötigst, ist absetzbar.

Fortbildungen und Fachliteratur. Seminare, Online-Kurse, Bücher, Fachzeitschriften. Diese Ausgaben sind vollständig absetzbar und werden häufig vergessen.

Kommunikationskosten. Telefon und Internet, soweit sie betrieblich genutzt werden. Bei gemischter Nutzung gilt der betriebliche Anteil.

Steuerberatungskosten. Diese sind vollständig als Betriebsausgabe absetzbar, auch wenn du einen Steuerberater nur noch für den Jahresabschluss nutzt.

Büronebenkosten bei Heimarbeit. Wer ein häusliches Arbeitszimmer nutzt oder im Homeoffice arbeitet, kann unter bestimmten Voraussetzungen einen Pauschbetrag oder anteilige Raumkosten geltend machen.

Wer diese Kategorien sauber führt, reduziert seinen steuerlichen Gewinn ohne Tricks. Es ist einfach die vollständige Erfassung dessen, was das Business tatsächlich kostet. Genau dafür ist die laufende Buchhaltung da.

Der Überblick, der dein Unternehmerjahr verändert

Es gibt einen Punkt, den viele Einzelunternehmer beschreiben, wenn sie zum ersten Mal wirklich den Überblick über ihre Zahlen haben.

Er ist still. Unspektakulär. Du sitzt am Rechner, schaust auf deine EÜR und siehst: Das war mein Jahr. Diese Einnahmen. Diese Ausgaben. Dieser Gewinn. Diese Steuerrücklage. Alles bekannt, alles erfasst, alles vollständig.

Und dann merkst du, was sich verändert hat.

Du triffst Entscheidungen anders. Du weißt, was du dir leisten kannst und was warten muss. Du weißt, ob du einen schwachen Monat durch einen starken ausgleichen kannst oder ob du jetzt handeln musst. Du weißt, was du dem Finanzamt schuldest, und hast das Geld bereits auf dem Steuerkonto.

Ich habe diesen Zustand selbst erlebt. Zum ersten Mal wirklich bewusst Gewinn zu machen, Rücklagen zu bilden, zu wissen, was zu meinem Business gehört und was nicht. Das war der Punkt, an dem Selbstständigkeit sich anders angefühlt hat. Freier.

Und der entscheidende Faktor dabei war keine neue App, kein besserer Steuerberater, kein teures Buchhaltungsprogramm. Es war die Entscheidung, die Zahlen selbst zu verstehen. Das Steuern selber machen war die Konsequenz davon. Wer versteht, was in der EÜR steht, will sie selbst ausfüllen. Weil er die Antworten kennen will.

Dieser Zustand ist für jeden Einzelunternehmer erreichbar. Vom ersten Monat der Selbstständigkeit an. Er erfordert kein Studium, keine teure Software und keinen Steuerberater für die laufende Buchhaltung.

Er erfordert dreißig Minuten im Monat und ein System, das funktioniert.

Der Wendepunkt

Ich habe meinen Steuerberater nicht entlassen. Ich habe seinen Job verändert.

Er prüft jetzt meinen Jahresabschluss. Er berät mich bei steuerlichen Gestaltungsfragen. Er ist mein Ansprechpartner für Dinge, die wirklich steuerrechtliches Fachwissen brauchen.

Was er nicht mehr macht: meine Buchhaltung. Meine Voranmeldungen. Meine monatliche Übersicht.

Das mache ich selbst. In dreißig Minuten im Monat. Mit einem Setup, das die Brücke zwischen meinen täglichen Zahlen und den ELSTER-Formularen automatisch baut. Seine Rechnung ist kleiner geworden. Mein Wissen über mein eigenes Business ist größer geworden.

Das ist kein Kunststück. Das ist das Ergebnis einer einzigen Entscheidung: aufgehört, blind zu delegieren, und angefangen, die eigenen Zahlen zu lesen.

Steuern selber machen ist kein Aufwand, den du zusätzlich zu deiner Arbeit machst. Es ist der direkteste Weg, dein Business wirklich zu kennen. Die Steuern sind der beste Spiegel, den du hast. Jeden Monat. Kostenlos. Schon auf dich wartend.

Was bleibt

Du schickst ihm einmal im Jahr einen Ordner.

Mit diesem Satz hat dieser Artikel begonnen. Er beschreibt einen Zustand, der für viele Einzelunternehmer normal ist.

Er muss es nicht bleiben.

ELSTER ist kostenlos. Die Umsatzsteuervoranmeldung hat drei relevante Felder für den Normalfall. Die Anlage EÜR ist ein Formular, das du nach einer Stunde Einarbeitung selbst ausfüllst. Das Steuern selber machen als Einzelunternehmer ist kein Spezialistenwissen. Es ist das Handwerk, das jeder Unternehmer lernen kann.

Und wer es gelernt hat, liest seine eigene EÜR anders als vorher. Er sieht nicht ein Steuerformular. Er sieht sein Business.

Das ist der Unterschied zwischen einem Unternehmer, der seine Zahlen kennt, und einem, der auf eine externe Zahl wartet.

Und wenn du wirklich souverän selbstständig sein möchtest, lade ich dich jetzt zu meinem Workshop “Souverän Selbstständig” ein. Er wird dir gefallen.

Marcus Ermers erklärt in seinem eigenen Blog sehr klar, was eine Einnahmen Überschuss Rechnung eigentlich ist, wie sie funktioniert und warum Selbstständige sie verstehen sollten, statt ihre Zahlen nur einmal im Jahr beim Steuerberater wiederzusehen.


Wichtige Fragen

Kann ich als Einzelunternehmer die Steuern wirklich selbst machen ohne Steuerberater? 

Ja. Die Einnahmen-Überschuss-Rechnung ist die einfachste Form der Gewinnermittlung im deutschen Steuerrecht. Alle Betriebseinnahmen minus alle betrieblichen Ausgaben gleich Gewinn. Kein kaufmännisches Studium erforderlich. ELSTER ist kostenlos, direkt mit dem Finanzamt verbunden und führt durch alle Formulare. Die Umsatzsteuervoranmeldung hat im Normalfall drei relevante Felder. Wer dreißig Minuten im Monat investiert und ein klares System hat erledigt das Steuern selber machen ohne externe Hilfe.

Was macht ein Steuerberater und was macht er nicht? 

Er stellt sicher dass deine Steuererklärung fehlerfrei ist, Abzüge korrekt angesetzt sind und Fristen eingehalten werden. Das ist wertvoll. Was er in der Regel nicht macht: Er sagt dir nicht ob dein Stundensatz zu niedrig ist, nicht dass bestimmte Ausgaben in den letzten zwölf Monaten um dreißig Prozent gestiegen sind, nicht ob du in drei Monaten einen Liquiditätsengpass haben wirst. Das ist deine Aufgabe. Und du kannst sie nur erfüllen wenn du deine eigenen Zahlen kennst.

Welche fünf Zahlen muss ich als Einzelunternehmer jeden Monat kennen? 

Betriebseinnahmen dieses Monats was tatsächlich eingegangen ist. Betriebliche Ausgaben vollständig kategorisiert mit Beleg. Gewinn als Differenz aus beidem. Steuerrücklage zwischen fünfundzwanzig und dreißig Prozent des Gewinns auf einem separaten Konto. Und das laufende Jahresergebnis ob du über oder unter deinem Gewinnziel liegst. Wer diese fünf Zahlen kennt führt sein Unternehmen. Wer sie nicht kennt wird von ihm geführt.

Was kostet mich die blinde Delegation an den Steuerberater wirklich? 

Zwei Dinge. Erstens Geld. Bei einem Einzelunternehmer mit 60.000 Euro Jahresumsatz können die Gesamtkosten für die laufende Buchhaltung zwischen zweihundert und vierhundert Euro monatlich liegen wenn der Aufwand hoch ist. Wer gut vorbereitet kommt zahlt einen Bruchteil. Zweitens Wissen. Wer einmal im Jahr eine Zahl zurückbekommt ohne die Fragen gestellt zu haben die zu besseren Entscheidungen führen gibt die Kontrolle über sein Business ab.

Was ist die Anlage EÜR und wann muss ich sie einreichen? 

Die Anlage EÜR ist die offizielle Jahresgewinnermittlung für Einzelunternehmer und wird ausschließlich über ELSTER eingereicht. Sie fragt nach Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben in klar definierten Kategorien. Die Differenz ergibt deinen steuerlichen Gewinn. Die Abgabefrist ohne Steuerberater ist der 31. Juli des Folgejahres. Wer seine Ausgaben das Jahr über in denselben Kategorien erfasst die die Anlage EÜR vorgibt überträgt am Jahresende einfach die Jahressummen. Eine halbe Stunde. Fertig.

Welche Betriebsausgaben vergessen Einzelunternehmer am häufigsten? 

Fahrtkosten zu Kunden pauschal dreißig Cent pro Kilometer. Arbeitsmittel wie Werkzeug Software und Büromaterial. Fortbildungen und Fachliteratur vollständig absetzbar und häufig vergessen. Kommunikationskosten für Telefon und Internet soweit betrieblich genutzt. Steuerberatungskosten vollständig absetzbar auch wenn nur noch für den Jahresabschluss genutzt. Wer diese Kategorien sauber führt reduziert seinen steuerlichen Gewinn ohne Tricks. Es ist einfach die vollständige Erfassung dessen was das Business tatsächlich kostet. Auf onoko.me ist das System so aufgebaut dass genau diese Kategorien lückenlos erfasst werden.

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